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Ende von ISDN: Aus für den Arztbrief per Fax?

Das ISDN-Netz wird in Deutschland bald Geschichte sein. Die Deutsche Telekom als einer der größten Telefonanbieter kappt ISDN bereits im kommenden Jahr. Viele Praxen, die auf Voice over IP (VoIP) umgestellt haben, klagen seither über erhebliche Störungen und Ausfälle in der Telefonie und bei ISDN-basierten Datendiensten. Besonders betroffen ist die Faxkommunikation.

Faxgerät

Möglicherweise hat der Arztbrief-Versand per Fax deshalb bald ausgedient. Mit KV-Connect steht ein Kommunikationskanal bereit, über den sich Arztbriefe zuverlässig und vor allem sicher online austauschen lassen.

ISDN ist ein Auslaufmodell, denn in den kommenden Jahren werden alle Telekommunikationsanbieter ihre Anschlüsse auf die sogenannte IP-Technik umstellen. Der Grund: Während für den klassischen, leitungsvermittelten Telefondienst mit analoger oder ISDN-Technik ein dezentrales Netz von Telefonvermittlungsstellen betrieben werden musste, kann bei der IP-Telefonie die Technik an wenigen zentralen Stellen gebündelt werden. Dies bedeutet eine enorme Kostenersparnis für die Anbieter. Zudem lassen sich die frei werdenden Kapazitäten in den Leitungen für DSL-Signale nutzen und dadurch die Reichweite bzw. Geschwindigkeit des Anschlusses steigern.

Verbindungen über das Internet

Bei einem IP-basierten Anschluss werden alle Verbindungen (Telefonieren, Surfen, Mailen, Faxen, Fernsehen) über das Internet aufgebaut. Man spricht deshalb auch von All IP, wobei IP für Internet-Protokoll steht. Die Vorteile bestehen nach Anbieter-Angaben im schnelleren Datenaustausch dank höherer Bandbreiten, höherer Effizienz dank vernetztem Arbeiten ohne Medienbrüche sowie in der verbesserten Erreichbarkeit dank einer einzigen Rufnummer.

Zerstückelung in kleine Datenpakete

Bei Voice over IP wird die analoge Sprache in kleine Datenpakete zerlegt und zum Gesprächspartner über das Internet übermittelt. Beim Empfänger werden diese Pakete wieder zusammengesetzt und in analoge Sprache zurückgewandelt. Werden beim Telefonieren einzelne dieser kleinen Datenpakete nicht richtig übertragen, kommt es lediglich zu einem Knacken in der Leitung. Beim Faxversand jedoch kann bereits ein einzelner Übertragungsfehler dazu führen, dass die Verbindung abgebrochen wird oder unleserliche Faxe beim Empfänger ankommen.

Verlässliche Alternative gesucht

"Wir bekommen von den Ärzten Rückmeldungen, dass sie zunehmend Probleme mit dem Fax haben: Abbrüche, schlechte Qualität und die Unsicherheit, ob beim Empfänger das Richtige oder überhaupt etwas angekommen ist - das alles macht Probleme", berichtet Dr. Florian Fuhrmann, Geschäftsführer der KV Telematik, in einem Landesrundschreiben der KV Bremen. "Oft bleibt der versendenden Praxis nur die Möglichkeit, sich telefonisch abzusichern, dass das Fax übermittelt wurde. Es kann also passieren, dass ein Empfänger gar nicht mitbekommt, dass ein Kollege versucht hat, ihm ein Fax zu senden. Insbesondere Fachärzte, die tagtäglich eine Vielzahl von Arztbriefen per Fax versenden, kommen auf uns zu, weil sie nach verlässlichen Alternativen suchen."

Datenschutzrechtlich bedenklich

Neben Unzuverlässigkeit und schlechter Lesbarkeit hat die Faxübermittlung einen weiteren entscheidenden Nachteil: Sie ist datenschutzrechtlich höchst bedenklich. Wie lässt sich etwa beim Faxversand von Patientendaten sicherstellen, dass wirklich nur der Empfänger selbst oder ausdrücklich dazu ermächtigte Dritte Kenntnis vom Inhalt des Schreibens erhalten? Dies gilt vor allem dann, wenn ärztliche Mitteilungen an den Patienten gefaxt werden, etwa an dessen Wohnung oder Arbeitsplatz. Und wo landet das Fax, wenn der Absender sich beim Eingeben der Faxnummer vertippt?

Verschlüsselt mit KV-Connect

Mit dem bundesweiten Kommunikationsdienst KV-Connect gibt es seit einiger Zeit eine verlässliche Alternative zum Arztbrief-Versand per Fax. Der Arztbrief wird dabei im PDF-Format online übermittelt - direkt aus dem Praxisverwaltungssystem und interoperabel, also über Systemgrenzen hinweg. Zudem ist er automatisch Ende-zu-Ende verschlüsselt, d. h. er wird vor dem Versand verschlüsselt und einem ganz bestimmten Adressaten zugewiesen, der dann als einziger diesen Brief öffnen bzw. entschlüsseln kann.

Logo Audit eArztbrief mit KV-Connect

Neuer Kommunikationsstandard

Zusätzlich zu den medizinischen Informationen können Fachärzte aussagekräftige Anlagen - von der Ultraschallaufnahme über das Röntgenbild bis hin zu bewegten Bildsequenzen - ohne Zeitverlust versenden und dem Empfänger somit einen echten Mehrwert bieten. "Monatlich finden über KV-Connect bereits über 500.000 Transaktionen statt", so Dr. Fuhrmann. Neben eArztbriefen würden auch DMP-Daten, Abrechnungen und Dokumentationen über KV-Connect sicher übermittelt. Damit sei KV-Connect innerhalb der letzten drei Jahre zum Kommunikationsstandard geworden.

Förderung signierter Arztbriefe

eArztbrief-Förderung

Seit Januar dieses Jahres werden elektronische Arztbriefe gemäß E-Health-Gesetz über den Einheitlichen Bemessungsmaßstab (EBM) mit je 55 Cent gefördert, sofern sie qualifiziert und somit rechtsgültig signiert sowie mittels eines sicheren Verfahrens wie KV-Connect elektronisch versendet werden. Der Arzt benötigt für die Signatur einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA).

Der eHBA wird künftig für weitere Anwendungen der Telematikinfrastruktur benötigt, etwa für den Zugriff auf die Notfalldaten oder den Medikationsplan, die beide auf der elektronischen Gesundheitskarte des Patienten hinterlegt werden. Er dient zudem als Sichtausweis nach Landesheilberufsgesetz.

Komponenten für den eArztbrief

Praxen, die vom Faxversand ihrer Arztbriefe auf die Übermittlung per KV-Connect umsteigen möchten, benötigen folgende (technische) Komponenten:

  • einen Zugang zum Sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK) mittels KV-SafeNet-Anschluss
  • einen KV-Connect-Account der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung
  • eine Praxissoftware, die KV-Connect-Anwendungen unterstützt
eHBA-Komplettpaket

Wer die eArztbrief-Förderung in Anspruch nehmen möchte, braucht zudem:

  • einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA)
  • ein Kartenlesegerät
  • Signatursoftware

Die Komponenten für die qualifizierte Signatur bietet das DGN-Tochterunternehmen medisign zu günstigen Konditionen an. Nähere Informationen erhalten Interessen unter: www.ehba.de

Quellen & weitere Informationen

 

Autor: Katja Chalupka

DGN Team KC

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