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eArztbrief: Schnell und sicher über die Datenautobahn

Spätestens 2018 soll die Telematikinfrastruktur (TI) Krankenhäuser, Praxen und Apotheken online miteinander vernetzen. Es soll eine digitale Datenautobahn entstehen, auf der Informationen schneller, aber auch sicher ausgetauscht werden können. Den Fahrplan für die Vernetzung und Einführung nutzbringender Anwendungen enthält das E-Health-Gesetz. Als erste Anwendung wird ab dem 1. Januar 2017 der Versand elektronischer Arztbriefe finanziell gefördert, sofern diese mit einem eArztausweis (eHBA) qualifiziert signiert werden.

eHBA und Kartenleser

Mehrwert für den Empfänger

Noch immer werden Arzt- und Entlassbriefe größtenteils postalisch oder per Fax versendet. Während die Faxübermittlung häufig mit schlechter Lesbarkeit einhergeht und datenschutzrechtlich höchst bedenklich ist, dauert der Postweg oft mehrere Tage. Zudem verursachen Briefe in Papierform einen organisatorischen Mehraufwand, weil die Inhalte in der ein- bzw. überweisenden Praxis gescannt oder per Hand in die Patientenkartei des Praxisverwaltungssystems übertragen werden müssen. Dieser Medienbruch entfällt bei der elektronischen Übermittlung von Arzt- und Entlassbriefen. Zusätzlich zu den medizinischen Informationen können Fach- bzw. Klinikärzte aussagekräftige Anlagen - von der Ultraschallaufnahme über das Röntgenbild bis hin zu bewegten Bildsequenzen - ohne Zeitverlust versenden und dem Empfänger somit einen echten Mehrwert bieten.

Rechtssicherheit dank qualifizierter Signatur

Für Rechtssicherheit sorgt bei elektronischen Arzt- und Entlassbriefen die qualifizierte Signatur, die der handschriftlichen Unterschrift auf Papier gleichkommt. Der Arzt nutzt dafür einen elektronischen Arzt- bzw. Heilberufsausweis (eHBA), mit dem er sich zudem verbindlich identifizieren und Dokumente für den Transportweg sicher verschlüsseln kann. Der eHBA wird künftig für weitere TI-Anwendungen benötigt, etwa für den Zugriff auf die Notfalldaten oder den Medikationsplan, die beide auf der elektronischen Gesundheitskarte des Patienten hinterlegt werden.

Steigende Nachfrage nach eHBA

eArztbrief-FörderungMit der eArztbrief-Förderung soll die eHBA-Ausgabe vorangetrieben werden: Ab dem kommenden Jahr werden laut E-Health-Gesetz elektronische Arztbriefe mit je 55 Cent gefördert, sofern sie mit dem eHBA qualifiziert signiert und mittels sicherer elektronischer Verfahren versendet werden. Schon jetzt verzeichnet unser Tochterunternehmen medisign, bislang einziger zugelassener Signaturkarten-Anbieter, bei niedergelassenen Ärzten eine verstärkte Nachfrage. Dank Stapelsignatur-Funktion lassen sich bis zu 254 Arztbriefe zeitsparend mit einer einzigen PIN-Eingabe signieren. Wie der reguläre Arztausweis auf Papier dient der eHBA zudem als Sichtausweis nach Landesheilberufsgesetz.

Sicherer Versand im SNK

Da die Telematikinfrastruktur, die künftig alle Akteure des deutschen Gesundheitssystems vernetzen soll, noch nicht steht, nutzen niedergelassene Ärzte für den eArztbrief-Versand aktuell das sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK). Mehr als 100.000 Ärzte im ambulanten und stationären Sektor sowie Psychotherapeuten sind bereits im größten Gesundheitsnetz Deutschlands eingeloggt, das später an die TI angebunden werden soll. Für den Zugang zum SNK benötigen Praxen und Kliniken einen KV-SafeNet-Anschluss, der über zertifizierte Provider bereitgestellt wird. Das DGN ist bereits seit 2005 ein KBV-zugelassener KV-SafeNet-Anbieter. Das Zugangsgerät DGN GUSbox wird einfach per Plug & Play ans Praxisnetz angeschlossen - mit dem bestehenden DSL-Zugang und ohne zusätzliche Software-Installationen.

Versand per KV-Connect

In einem Feldversuch der KV Telematik sind seit November 2015 rund 75.000 eArztbriefe im SNK ausgetauscht worden. Dabei sorgt der Kommunikationsdienst KV-Connect für einen verschlüsselten Versand über Systemgrenzen hinweg. So können Ärzte auch mit Kollegen, die andere Primärsysteme nutzen, zuverlässig elektronisch kommunizieren und Befunde austauschen. Wichtig ist, dass die Praxen zunächst einen KV-Connect-Account bei ihrer zuständigen KV beantragen.

Nahtlose Integration in die Patientenakte

Die DGN GUSbox verfügt über eine KV-Connect-Schnittstelle bzw. kann nachträglich per Update damit ausgestattet werden. Zudem steht auf der Box ein kostenloses Programm bereit, das den Versand elektronischer Arztbriefe vollständig abwickelt: Der DGN GUSclient sorgt für die Erstellung des PDF/A-Dokuments mit den patientenrelevanten Metadaten über die qualifizierte eSignatur des Arztbriefs bis hin zur Übermittlung per KV-Connect. Der Empfänger kann anhand der mitgelieferten XML-Begleitdatei den Arztbrief nahtlos in die Patientenakte seines Primärsystems integrieren.

Fazit

Der elektronische Arztbrief ermöglicht den schnellen, rechtssicheren und papierlosen Datenaustausch über System- und Sektorengrenzen hinweg. Medienbrüche und der damit verbundene Verwaltungsaufwand gehören der Vergangenheit an. So bleibt mehr Zeit für die Betreuung der Patienten. Sowohl die digitale Signatur mit dem eHBA als auch die elektronische Übermittlung der Arztbriefe via KV-Connect bringen Kliniken und Praxen somit viele Vorteile.

Quellen & weitere Informationen

 

Autoren: Katja Chalupka & Jessica Radons

DGN Team KC

Presse-Ansprechpartnerin:

Katja Chalupka Redaktion & Öffentlichkeitsarbeit Niederkasseler Lohweg 185 40547 Düsseldorf
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