eHBA-Komplettlösung: Startklar für den eArztbrief

medisign eArztausweis

Seit dem 1. Januar 2017 werden qualifiziert signierte eArztbriefe über den EBM gefördert. Mit dem Kommunikationsdienst KV-Connect lassen sie sich interoperabel versenden. Die notwendigen technischen Komponenten gibt es beim DGN aus einer Hand. Unsere eArztbrief-Komplettlösung umfasst einen KV-SafeNet-Anschluss samt Zugangsgerät DGN GUSbox S+, den Kommunikationsdienst KV-Connect, einen elektronischen Arztausweis (eHBA) mit passendem Kartenlesegerät und Signatursoftware sowie 24 Monate Wartung und Support.

eArztbrief-Förderung gestartet

eArztbrief-Förderung

Zum Jahresbeginn ist die im E-Health-Gesetz festgeschriebene Förderung des elektronischen Arztbriefs angelaufen. Der Telematik-Zuschlag von 55 Cent pro qualifiziert signiertem eArztbrief wird auf Sender und Empfänger aufgeteilt: Der Sender erhält 28 Cent für das Versenden und der Empfänger 27 Cent für das Empfangen des eArztbriefs. Die zugehörigen EBM-Ziffern hatten Kassen und KBV noch Ende 2016 festgelegt. Die Förderung soll der Digitalisierung im Gesundheitswesen weiteren Schwung geben und Ärzte dazu animieren, sich schon einmal mit einem elektronischen Arztausweis (eHBA) auszustatten. Dieser wird spätestens dann zwingend erforderlich sein, wenn mit den Notfalldaten und dem Medikationsplan die ersten medizinischen eGK-Anwendungen an den Start gehen. Laut E-Health-Gesetz soll dies im Januar 2018 der Fall sein.

Mehrwert für die Praxis

Bislang werden Arztbriefe größtenteils postalisch oder per Fax versendet. Während die Faxübermittlung häufig mit schlechter Lesbarkeit einhergeht und datenschutzrechtlich höchst bedenklich ist, dauert der Postweg oft mehrere Tage. Zudem verursachen Briefe in Papierform einen organisatorischen Mehraufwand, weil die Inhalte in der ein- bzw. überweisenden Praxis gescannt oder per Hand in die Patientenkartei des Praxisverwaltungssystems übertragen werden müssen. Dieser Medienbruch entfällt bei der elektronischen Übermittlung von Arzt- und Entlassbriefen. Zusätzlich zu den medizinischen Informationen können Fach- bzw. Klinikärzte aussagekräftige Anlagen - von der Ultraschallaufnahme über das Röntgenbild bis hin zu bewegten Bildsequenzen - ohne Zeitverlust versenden und dem Empfänger somit einen echten Mehrwert bieten.

Über Systemgrenzen hinweg

Zu einer wirklichen Arbeitserleichterung im Praxisalltag führt der eArztbrief nur dann, wenn der Datenaustausch über Systemgrenzen hinweg ohne Datenverluste funktioniert. Der Gesetzgeber fordert daher, interoperable Systeme einzusetzen, die einen Informationsaustausch unabhängig von der eingesetzten Praxissoftware ermöglichen. Zudem muss der Versand über einen VPN-Tunnel erfolgen – mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Daten. Dies bedeutet, dass der Arztbrief vor dem Versand verschlüsselt und einem ganz bestimmten Adressaten zugewiesen werden muss, der dann als einziger den Brief öffnen bzw. entschlüsseln kann.

Diese Vorgaben erfüllt KV-Connect, der Kommunikationsdienst im Sicheren Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK). Im größten Gesundheitsnetz Deutschlands, das später an die Telematikinfrastruktur angebunden werden soll, sind derzeit mehr als 100.000 Ärzte und Psychotherapeuten eingeloggt. Gemeinsam mit Softwarehäusern hat die KBV-Tochtergesellschaft KV Telematik GmbH die Anwendung "eArztbrief mit KV-Connect" entwickelt. Diese wurde im vergangenen Jahr in einem Feldtest sowohl technisch als auch hinsichtlich ihrer Praktikabilität erprobt. Mehr als 75.000 eArztbriefe waren bis Ende 2016 erfolgreich und systemübergreifend über KV-Connect ausgetauscht worden.

Direkt aus dem PVS

Die Anwendung ermöglicht Ärzten und Psychotherapeuten, standardisierte eArztbriefe einfach und sicher direkt aus ihrem Praxisverwaltungssystem via KV-Connect an Kollegen zu versenden. Um sie zu nutzen, müssen sich Praxen bei ihrer zuständigen KV für KV-Connect registrieren. Zudem muss der jeweilige Softwarehersteller die Anwendung in seinem PVS anbieten, nachdem er zunächst ein Prüfverfahren zur ordnungsgemäßen Implementierung der eArztbrief-Funktion mit KV-Connect erfolgreich absolviert hat. Laut Audit-Register der KV Telematik haben bislang 37 PVS-Anbieter nachgewiesen, dass sie den Versand von eArztbriefen per KV-Connect direkt aus der Software heraus ermöglichen.

Für Förderung zertifizieren lassen

Zusätzlich zu diesem technischen Audit müssen die PVS-Anbieter ihr System für die Förderung des eArztbriefs, d. h. die Umsetzung der EBM-Ziffern, von der KBV zertifizieren lassen. Dem "Verzeichnis zertifizierter Software für die Übermittlung von eArztbriefen gemäß § 291f SGB V" zufolge sind aktuell (Stand 30.1.17) lediglich 13 Systeme zugelassen, darunter S3-Win. Das PVS des DGN-Tochterunternehmens S3 Praxiscomputer GmbH wickelt den eArztbrief-Versand mit Hilfe des zertifizierten KV-SafeNet-Zugangsgeräts DGN GUSbox ab (s. u.). Für Rechtssicherheit sorgt beim eArztbrief die qualifizierte Signatur mit dem eHBA, die der handschriftlichen Unterschrift auf Papier gleichkommt.

Was Praxen für den eArztbrief benötigen

Welche technische Ausstattung brauchen Praxen für den eArztbrief-Versand mit KV-Connect? Hier ein Überblick über die notwendigen Komponenten, die beim DGN zum günstigen Komplettpreis (www.dgn.de/arztbrief) aus einer Hand erhältlich sind:

  • KV-SafeNet-Anschluss:
    Für den Zugang zum SNK benötigen Sie einen KV-SafeNet-Anschluss, der nur über zertifizierte Provider bereitgestellt wird. Das DGN ist bereits seit 2005 ein KBV-zugelassener KV-SafeNet-Anbieter. Das Zugangsgerät DGN GUSbox wird einfach per Plug & Play ans Praxisnetz angeschlossen - mit dem bestehenden DSL-Zugang und ohne zusätzliche Software-Installationen.

  • KV-Connect-Account:
    Die DGN GUSbox verfügt über eine KV-Connect-Schnittstelle bzw. kann nachträglich per Update damit ausgestattet werden. Sie müssen sich zunächst bei Ihrer KV für KV-Connect registrieren. Das Anmeldeformular finden Sie auf der KV-Telematik-Homepage oder direkt im DGN Cockpit (zu erreichen unter http://gusbox.info) zum Download. Sobald Sie von Ihrer KV die persönlichen Zugangsdaten erhalten haben, können Sie im DGN Cockpit unter "Anwendungen" Ihren KV-Connect-Zugang einrichten. Der Empfang von eArztbriefen und anderen Nachrichten, die per KV-Connect versendet wurden, ist kostenfrei. Für den Versand ist die Buchung des kostenpflichtigen Mehrwertdienstes DGN Connect notwendig.

  • Elektronischer Arzt- bzw. Heilberufsausweis (eHBA)
    Der eHBA unseres Tochterunternehmens medisign ist von den Ärztekammern zugelassen und dient zudem als Sichtausweis nach Landesheilberufsgesetz. Dank Stapelsignaturfunktion können Sie bis zu 254 eArztbriefe zeitsparend mit einer einzigen PIN-Eingabe signieren.

  • Zubehör für die eSignatur
    Für das Signieren des eArztbriefs hat medisign ein Starterpaket zusammengestellt, das den Kartenleser Cherry ST-2000, die Software SecSigner mit Stapelsignaturfunktion, 24 Monate Telefonsupport sowie 24 Monate Software-Wartung umfasst.

  • PVS mit eArztbrief-Audit
    Die DGN GUSbox hat das KV-Connect-Audit erfolgreich absolviert und ermöglicht Praxen, die eArztbrief-Anwendung entweder direkt aus dem Primärsystem oder PVS-unabhängig zu nutzen. Dazu steht auf der Box ein kostenloses Programm bereit, das den Versand elektronischer Arztbriefe vollständig abwickelt: Der DGN GUSclient sorgt für die Erstellung des PDF/A-Dokuments mit den patientenrelevanten Metadaten über die qualifizierte eSignatur des Arztbriefs bis hin zur verschlüsselten Übermittlung per KV-Connect. Ihre Empfänger können anhand der mitgelieferten XML-Begleitdatei den Arztbrief nahtlos in die Patientenakte des eigenen Primärsystems integrieren.

Quellen & weitere Informationen

Autor: Katja Chalupka / Datum: 30.01.2017